„Schon seit etlichen Jahren, und verstärkt seit der neuen Legislaturperiode mit grüner Regierungsbeteiligung, wird das Thema regenerative Energieerzeugung aktiv diskutiert. Spätestens jedoch seit dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Ukraine ist das Thema Energieversorgung bei vielen in den Vordergrund getreten. Plötzlich kommt zur unbestrittenen CO₂-Neutralität regenerativer Energien noch das Argument der Versorgungssicherheit hinzu. All das führt dazu, dass sich verstärkt auch Bürgerinnen und Bürger, die sich vorher noch nicht mit dem Thema befasst haben, die Frage stellen: „Lohnt sich Photovoltaik denn für mich?“
So ist es nicht verwunderlich, dass das Thema Photovoltaik auch bei der letzten Fraktionssitzung der Grünen einen großen Raum einnahm. An der Sinnhaftigkeit der Installation von Photovoltaik-Anlagen, gab es, wie zu erwarten war, keine Zweifel.
Die Fragen jedoch
• für wen lohnt sich eine PV Anlage?
• kann ich auf meinem Dach / an meiner Fassade eine PV Anlage installieren?
• wie groß sollte die Anlage ausgelegt werden?
• machen nur Anlagen auf großen Gebäuden oder auch auf Privathäusern Sinn?
• wie kann die Installation von PV Anlagen durch die Stadt gefördert werden?
• wie finde ich einen Fachbetrieb?
waren doch schon deutlich schwieriger zu beantworten.
Viele dieser Fragen, wird jede/jeder für sich selbst beantworten müssen. Hilfestellung kann hier allerdings das Solarkataster Hessen bieten.
Unter derWebadresse https://www.energieland.hessen.de/solar-kataster können alle Bürgerinnen und Bürger feststellen, wie hoch die jährliche Sonneneinstrahlung auf ihrem Grundstück / Dach ist. Dies zeigt, wie geeignet eine Fläche zur Erzeugung von Solarstrom ist.
Das Preis/Leistungsverhältnis moderner Solar-Panels hat sich in den letzten Jahren sehr verbessert. Das versetzt uns in die Lage, auch auf nicht optimal ausgerichteten Dächern erfreulich hohe Solarerträge zu realisieren. War es noch vor wenigen Jahren im Wesentlichen sinnvoll, nach Süden ausgerichtete Flächen für PV zu nutzen, so werden immer mehr Anlagen auf Ost/West ausgerichteten Dachflächen wirtschaftlich betrieben. Die Leistungsfähigkeit der modernen Solarpaneele und deren Preis/Leistungsverhältnis machen deren Einsatz auch auf den Flächen, die im Solarkataster nicht rot, sondern gelb oder grün erscheinen, möglich.
Ist die geeignete Fläche gefunden, stellt sich die Frage nach der Größe der PV Anlage. Es muss nicht immer die größtmögliche Anlage sein. Die Möglichkeit eine Micro-Anlage zu betreiben, deren Strom zu 100% selbst verbraucht wird, wurde vereinfacht und ist in vielen Fällen auch für Mieter machbar (Stichwort Balkonanlage). Der daraus gewonnene Strom kann einen Teil der Grundlast decken und vermindert so den monatlichen Abschlag. Große Anlagen ermöglichen zudem ein Elektroauto und /oder eine Wärmepumpe mit Solarstrom zu betreiben. Auch kann im Sommer z.B. eine Klimaanlage mithilfe von Solarstrom klimaneutral betrieben werden.
Es soll aber nicht verschwiegen werden, dass es in den Monaten Dezember /Januar normalerweise nicht möglich ist, ist den gesamten Energiebedarf mit Solarstrom zu decken. Von Februar bis spät in den Herbst hinein jedoch kann man – je nach Größe der Anlage – nahezu den gesamten Energiebedarf klimaneutral decken. Im Umkehrschluss gibt es aber auch keinen vernünftigen Grund mehr, im Sommer Strom oder Warmwasser mit Hilfe von Gas oder Öl zu erzeugen.
Die Stadt Erlensee errichtet schon jetzt auf allen neuen Gebäuden PV Anlagen. Schließlich sind wir Klimakommune. Es wäre schön, wenn sich das auch immer mehr in unserem Stadtbild zeigt“.

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